FORGS nimmt den Begriff des Geistigen Eigentums ins Kreuzverhör
Geistiges Eigentum – die Rechtsordnung der Wissensgesellschaft?
„Intellectual Property is the legal form of the information age” – so brachte es der amerikanische Rechtswissenschaftler James Boyle im Jahr 1997 in seinem Aufsatz „A Politics of Intellectual Property: Environmentalism for the Net?” auf den Punkt.
Und tatsächlich wird der stetig anwachsende Wert immaterieller Vermögensgüter – Marken, Patente, Musikrechte, Softwarelizenzen - von zahlreichen gesetzlichen Regelungsinstrumentarien begleitet. Eine Fülle von internationalen Übereinkommen und völkerrechtlichen Verträgen sind zu den Aspekten des Schutzes geistigen Eigentums unterzeichnet worden.
Die Stärkung von Positionen der Inhaber geistiger Güter ist in der heutigen Rechtsordnung durch die so genannten gewerblichen Schutzrechte fest verankert.
In der Politik richtet sich der Fokus zunehmend auf die Bekämpfung der Piraterie und die Stärkung der Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums. Der „Diebstahl“ geistigen Eigentums begegnet uns im politischen Diskurs als Bedrohung der nationalen Wirtschaft und Sicherheit.
Aber auch die gegenteilige Auffassung, die den „Diebstahl“ in geistigen Eigentumsrechten selbst ansiedelt, findet innerhalb der gesellschaftlichen Auseinandersetzung beachtliche Resonanz. Parallel zur Etablierung der Rechte am geistigen Eigentum in Recht und Gesellschaft entwickeln sich alternative Lizenzmodelle, die eine möglichst freie Nutzung kreativer Leistungen durch die Allgemeinheit ermöglichen sollen.
Das Forum für geistige Schutzrechte (FORGS) hat sich eine qualifizierte Auseinandersetzung mit geistigen Schutzrechten auf rechtswissenschaftlicher, gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftlicher Ebene zum Ziel gesetzt. Die Mitgliedschaft in dem Forum steht jedem offen, der fachlich mit Schutzrechten am geistigen Eigentum befasst ist.
Anlässlich seiner Gründung lädt FORGS zu einer Auftaktveranstaltung ein, in der die Zielsetzungen und Aufgabenbereiche des Forums vorgestellt werden.
Die Veranstaltung findet am 25.01.2006, ab 18.00 Uhr im Newthinking Store, Tucholskystr. 48, D-10117 Berlin statt und steht allen interessierten Teilnehmern offen.
Um vorherige Anmeldung bei Rechtsanwältin Katja Schubert wird gebeten.